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Blockchains von Bitcoin & Co sind enorme Energiefresser: Das soll ändern

Blockchain, Bitcoin | News | 0 Comments | | Return| 11.10.2019|

Blockchains wie Bitcoin und Ethereum, die beiden bekanntesten Vertreter dieser Technologie, haben mittlerweile einen Stromverbrauch wie ganze Länder. Und die Blockchaintechnologie soll rasant wachsen, wie die vielen Startup-Unternehmen im «Kryptovalley» Zug belegen. Keines der Szenarien, auf denen Beschlüsse wie das Pariser Klimaabkommen beruhen, beziehen diese Entwicklung mit ein. Dadurch trägt die Blockchaintechnologie dazu bei, dass die Einhaltung der Pariser Klimaziele immer unwahrscheinlicher wird. Das soll ändern, indem der Hang zur Stromfresserei der Blockchaintechnologie gestoppt werden soll.

 

Sünder ist der “Proof of Work”

Im Bericht “Blockchain & das Klima» der deutschen «Stiftung Neue Verantwortung» ist zu lesen, dass der hohe Stromverbrauch vieler Blockchains vor allem durch den «Proof of Work», einem wichtigen Bestandteil der Blockchaintechnologie, verursacht wird. Der Konsensmechanismus «Proof of Work» ersetzt in den Blockchains eine zentrale Vertrauensinstanz wie eine Bank oder eine Clearingstelle, indem deren Aufgaben und das ihnen entgegengebrachte Vertrauen auf eine grössere Gruppe verteilt wird. Der spezielle Konsensmechanismus erfordert enorme parallele Rechenleistungen für das Verlängern der Blockchain durch neue Blöcke, was als Mining oder Schürfen bezeichnet wird. Je nach Studie und Methodik wird der jährliche Verbrauch von Bitcoin mit 30 bis 75 Terawattstunden angegeben. Damit ist er vergleichbar mit dem Stromverbrauch von Dänemark.

 

Energieverschleiss ist technologisch gar nicht notwendig

Durch den «Proof of Work»-Mechanismus sind viele Blockchains klimapolitisch mithin nicht tragbar. Das ist aber für die Entwicklung der Blockchaintechnologie nicht schlimm: Der unhaltbare Stromverschleiss der bekanntesten Blockchains ist technologisch nämlich überhaupt nicht notwendig. Schon jetzt gibt es viele Blockchains, deren Konsensmechanismen auf anderen technischen Verfahren beruhen und die dadurch weitaus weniger klimaschädlich sind. Dies sind Blockchains, die statt «Proof of Work» beispielsweise auf Verfahren wie «Proof of Stake» oder «Proof of Authority» setzen. Auch sie können die Sicherheit der verteilten Datenbank gewährleisten, aber ohne den massiven stromfressenden parallelen Rechenaufwand.

 

Riesiges Stromsparpotenzial

Klimafreundliche Blockchains sind bereits im Markt etabliert, etwa für die Verwaltung von Zertifikaten im Strommarkt. Allein der Energieverbrauch von Bitcoin könnte durch die Umstellung vom «Proof of Work»-Konsensmechanismus auf den «Proof of Stake»-Konsensmechanismus von derzeit 30 bis 75 Terawattstunden auf weniger als 0,01 Terawattstunden vermindert werden. Das ist eine Einsparung von mehr als 99 Prozent.
Im Bericht “Blockchain & das Klima" wird denn auch gefordert: «Die Energieeffizienz sollte Bestandteil aller behördlichen Analysen und Entscheidungen im Blockchainbereich werden.»

 

Brasilianisches Startup will die Blockchain «grüner» machen

Das von F10, dem Zürcher «FinTech Incubator and Accelerator», entdeckte brasilianische Startup InterlockLedger will die Blockchaintechnologie «grüner» machen, indem alle unnötigen stromfressenden Prozesse und Datenspeicherungen in der Blockchain vermieden werden. «InterlockLedger ist mit potenziellen Partnern und renommierten Finanzinstitutionen im Gespräch, um den Traum der ‘grünen’ Blockchain zu verwirklichen», ist in der Zeitung «20 Minuten» zu lesen.

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