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19Jun

Künstliche Intelligenz(KI)-generierte Bilder als neue Bedrohung: Was Schweizer Unternehmen jetzt wissen und beachten müssen

19 Jun, 2026 | KI, Datenschutz | Return|

Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte EDÖB hat zusammen mit 60 weiteren nationalen Datenschutzbehörden eine gemeinsame Erklärung zu Künstliche Intelligenz(KI)-generierten Bildern und zum Schutz der Privatsphäre veröffentlicht. Angeprangert wird namentlich, dass die KI-generierten Bilder zunehmend für Persönlichkeitsverletzungen, Identitätsfälschungen und Manipulationen aller Art eingesetzt werden. Gefordert wird von allen KI-Anbietern sowie allen KI-Nutzerinnen und KI-Nutzern Missbräuche mit KI-generierten Bildern zu verhindern. Tatsache ist: KI-generierte Bilder sind bereits Teil des Geschäftsalltags. Besonders betroffen sind die Human Relations (HR)-Abteilungen, Personenvermittler und Marketingteams.

KI-Betrug mit Bewerbungsunterlagen ist eine neue Realität

Künstliche Intelligenz(KI) macht es möglich: Bewerbungsunterlagen können weitgehend künstlich erzeugt werden. Videointerviews lassen sich so manipulieren, dass Betrügerinnen und Betrüger als qualifizierte Fachkräfte erscheinen. Identitäten werden mit KI-Bildgeneratoren erschaffen, die täuschend echt wirken und kaum noch von realen Personen zu unterscheiden sind. Ein Bewerbungsfoto beweist mithin nicht mehr, dass die abgebildete Person so existiert. Ein Videointerview bestätigt nicht mehr, dass die Person tatsächlich vor der Kamera sitzt. Auch Zeugnisse, Referenzen und Social-Media-Profile können mit Künstlicher Intelligenz erstellt werden.

Personalvermittlungen und Human Relations-Abteilungen müssen deshalb eine neue Kompetenz aufbauen: Überprüfung der eigereichten Bewerbungsunterlagen mittels zuverlässigen KI-Erkennungsinstrumenten. Wer in diesem Bereich versagt, riskiert Fehlanstellungen und im schlimmsten Fall rechtliche Konsequenzen.

KI-generierte Bilder können die Reputation von Unternehmen bedrohen

Aber nicht nur die Personalspezialisten stehen unter Druck: Auch Marketing- und Kommunikationsteams sind herausgefordert. Denn KI-generierte Bilder werden zunehmend eingesetzt, um Unternehmen zu schädigen. Ein manipuliertes Foto eines angeblichen Missstands oder ein künstlich erzeugtes Bild einer Führungsperson in kompromittierender Situation kann genügen, um ein Unternehmen in eine Krise zu stürzen.

Das revidierte Datenschutzgesetz regelt die KI-generierten Bilder

Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte EDÖB weist darauf hin, dass KI-generierte Bilder über Personen unter das revidierte Datenschutzgesetz fallen. Es gilt: Wer KI-generierte Bilder einsetzt, muss das transparent kommunizieren. Wer KI-generierte Bewerbungsunterlagen verarbeitet, muss die Identität der betroffenen Personen verifizieren. Wer Opfer eines personenbezogenen Deepfakes wird, hat rechtliche Mittel zur Verfügung, muss diese jedoch kennen und anwenden.

Was Unternehmen tun müssen

Die Erklärung der 61 nationalen Datenschutzbehörden über die Risiken und die Gefahr von KI-generierten Bildern ist ein Weckruf. Unternehmen sollten deshalb im Bereich der KI-generierten Bilder und Inhalte ihre Prozesse anpassen und die dafür notwendigen Kompetenzen aufbauen. So müssen die Identitätsprüfungen im Personalbereich die neuen KI-Risiken berücksichtigen. Beispielsweise sollten Videointerviews mit Verfahren ergänzt werden, die Manipulationen erkennen können. Bewerbungsunterlagen müssen auf Plausibilität und Herkunft geprüft werden. Marketing- und Kommunikationsabteilungen benötigen klare Abläufe zur Überprüfung von Bildmaterial. Jede Veröffentlichung sollte auf Authentizität geprüft werden, bevor sie freigegeben wird.

Kommt dazu: Unternehmen sollten interne Richtlinien zum Umgang mit KI-generierten Inhalten definieren. Es muss klar sein, wer KI-Bilder generieren darf, für welche Zwecke diese genutzt werden dürfen und welche Transparenzanforderungen gelten. Ebenso wichtig ist ein Handlungsplan für den Fall eines gefährlichen Deepfake-Vorfalls.

Ausserdem gilt im Bereich der KI-generierten Inhalte: Schnelle Kommunikation, rechtliche Schritte und die Sicherung von Beweisen sind stets entscheidend, um den Schaden zu begrenzen. Und: Die Mitarbeitenden müssen für die Risiken rund um generierte KI-Inhalte sensibilisiert werden. Denn die grösste Schwachstelle ist und bleibt der Mensch: Wer Deepfakes nicht erkennt, riskiert darauf hereinzufallen.

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