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12Mai

Plötzliche Kehrtwende: Die Bundesverwaltung will sich von der Abhängigkeit von Microsoft lösen

12 Mai, 2026 | Microsoft, Datenschutz | Return|

Noch im vergangenen Jahr feierte die Bundesverwaltung die erfolgreiche Migration auf Microsoft 365: Rund 54 000 Arbeitsplätze wurden mit der neuen Office Version ausgestattet. Dies trotz der Diskussionen über Datensicherheit und Abhängigkeit von einem US-Anbieter. Jetzt bestätigt die Bundeskanzlei gegenüber der «NZZ am Sonntag»: Die Bundesverwaltung will ihre Bindung an Microsoft «schrittweise und langfristig» reduzieren will. Denn eine Machbarkeitsstudie zeigt: Open-Source-Software kann Microsoft ebenbürtig ersetzen.

Unerwarteter Strategiewechsel

Das schreibt die «NZZ am Sonntag»: «Erst kürzlich verkündete der Bund die erfolgreiche Einführung von Microsoft 365. Trotz Bedenken wegen der Datensicherheit wurde an rund 54’000 Arbeitsplätzen die neue Office-Version des amerikanischen Konzerns installiert. Nur wenige Monate später will sich der Bund wieder aus der Abhängigkeit von den USA lösen, wie Recherchen zeigen. Ein Sprecher der Bundeskanzlei bestätigt: ‘Die Bundesverwaltung strebt an, ihre Abhängigkeit von Microsoft schrittweise und langfristig zu reduzieren’.»

Open-Source-Software: Vom belächelten Experiment zur realen Option

Die Wendung kommt nicht aus dem Nichts: Zwar galten Open-Source-Lösungen in der Verwaltung lange als unreif oder gar als «Bastelei». Doch der frühere Armeechef Thomas Süssli drängte vor seinem Abgang per 31. Dezember 2025 darauf, Alternativen zu Microsoft ernsthaft zu prüfen.

Offenbar mit Erfolg: Inzwischen liegt nämlich laut der Bundeskanzlei im Hinblick auf den Einsatz von Open-Source eine Machbarkeitsstudie vor. Diese zeigt: Open-Source-Software kann in der Bundesverwaltung Microsoft-Produkte grundsätzlich ersetzen. Die Vorbereitungen für die Umsetzung laufen bereits.

Ein Ausstieg mit Signalwirkung

Der geplante Rückzug aus der Microsoft-Abhängigkeit markiert einen tiefen Einschnitt in der IT-Strategie des Bundes. Die Bundesverwaltung will unabhängiger werden und folgt damit einem internationalen Trend hin zu mehr digitaler Souveränität. Das könnte auch auf die Privatwirtschaft Auswirkungen haben.

Blick nach Deutschland: Digitale Souveränität als Ziel

Während die Schweiz erst ansetzt, ist Deutschland bereits weiter: Die Bundesregierung hat schon 2022 das Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung ZenDiS geründet. Dieses treibt den Einsatz von Open-Source-Software in der Öffentlichen Verwaltung gezielt voran. Und: Die Lösungen des ZenDiS sollen auch die Schweizer Bundesverwaltung interessieren.

Kommt dazu: Das Bundesland Schleswig-Holstein hat seine Verwaltung bereits vollständig auf Open-Source umgestellt. Schleswig-Holstein rechnet dabei mit deutlichen Einsparungen: Es fallen zwar einmalige Mehrkosten für die Umstellung an. Unterm Strich überwiegen aber die wegfallenden Lizenzgebühren ganz klar. Das Beispiel zeigt: Eine Ablösung von Microsoft ist technisch machbar und zahlt sich auch finanziell aus.

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